Gameproject Blog

GameProject

Archive for the ‘Verworfenes’ Category

Unglaublich tolle, leider verworfene Ideen, Teil 9: Ponyhof

Saturday, November 3rd, 2007

Zu den Grundübeln eines Online-Sportmanager-Games gehört es, dass die virtuellen Athleten viel zu viel freie Zeit haben. Freie Zeit, in der sie jede Menge Unsinn treiben, wie Fähigkeiten verlieren, schlechte Laune bekommen, den Grundstein für langwierige Verletzungen legen.
DAS kann man ändern, dachte sich der fürs kreative Ideen-Haben zuständige Tel des GameProjects.

“Duhu….”
“Was?”
“Ich habe eine ganz fantastische Idee: Wir könnten einen Online-Pferdehof haben.”
“Nein”
“Nu hör mir doch erstmal zu. Aaaaalso, das wäre überhaupt kein großer Aufwand, neben dem Stadion muss nur einfach ein Stall gebaut werden. Da wohnen dann die Pferde, und tagsüber dürfen sie, wenn dort nicht gerade Übungseinheiten stattfinden, auf dem Trainingsplatz herumtollen und vor allem Gras fressen, was ja schonmal viel weniger Arbeit für den Platzwart bedeutet. Natürlich wird sich dabei hin und wieder eins den Hals brechen, man weiß ja, wie tolpatschig diese dusseligen Viecher sein können. Das ist dann zwar traurig, aber nicht allzusehr, denn da wir ja Wert auf nachhaltigen Umgang mit Ressourcen legen, muss der Vereinsbesitzer Fury und seine Kumpels nicht einfach verbuddeln, sondern kann sie sozusagen recyclen. Und den hungrigen Fans prima Pferdewurst an der Würstchenbude verkaufen. Ist das nicht toll?”
“Nein”
“Oh, klar, ich hab ja die Hauptsache vergessen: Die Beschäftigung der Athleten. Reiten gehört zu den ausgewiesenen Therapiesportarten, das heißt, es fördert nicht nur den Gleichgewichtssinn und die Gelenkigkeit, Verantwortung für ein Lebewesen zu übernehmen ist auch gut für die Psyche und gegen Langeweile.”

“Nein”
“Warte doch erst mal ab, jetzt kommts: Wir könnten nämlich nicht nur tote Pferde, sondern auch tote Spieler haben. Denn nicht jeder wird in der Lage sein, gegebenenfalls eine halbe Tonne durchgehenden Gaul zu bändigen, so dass Ross und Reiter eben manchmal vor den gerade zur Waschanlage abfahrenden Mannschaftsbus laufen oder im Ermüdungsbecken ertrinken. Weiter hab ich allerdings noch nicht nachgedacht, da müsste man im Einzelfall prüfen, ob Fury und sein Herrchen gemeinsam im Rahmen einer stilvollen Zeremonie beerdigt oder doch zusammen in die Wurst….”
“NEIN”
“Okay”

Dies ist das vorläufige Ende unserer Reihe über die unglaublich tollen, aber leider verworfenen Ideen.
Ab Montag an dieser Stelle:
Engine-Testbeginn, Teil 1: Warum verloren?

Nachtrag: Wie schön, es gibt da draußen jemanden, der mich versteht :)

Unglaublich tolle, leider verworfene Ideen: Was bisher geschah

Friday, October 26th, 2007

Völlig ohne aktuellen Anlass hier eine Auflistung der wahnsinnig innovativen Vorschläge, die leider an bedauerlicher Renitenz gegenüber wundervollen Features scheiterten.

Im einzelnen waren dies:

1. Sterbliche Spieler

2. Transferautomatik

3. Würstchenbuden (1. Versuch)

4. Rechts- und Linksfüßler

5. Blutgrätsch of the season

6. Spielerfrauen

7. Würstchenbuden (2. Versuch)

8. Platzwarte

Boris, der Kampf geht weiter! :-P

Unglaublich tolle, leider verworfene Ideen, Teil 8: Platzwart

Thursday, September 13th, 2007

Diesmal war der fürs kreative Ideen-Haben zuständige Teil des GameProjects sehr aufgeregt gewesen, denn dies war, ganz sicher, der Einfall, der alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen würde.

“Ha! Das ist es – wir werden Platzwarte haben!”

“Hmpfgrmpf”

Das war eine erstaunliche Art, Zustimmung zu äußern. Aber je nun, warum nicht? Glücklich über dieses offenkundige Ja fuhr der fürs kreative Ideen-Haben zuständige Teil des GameProjects fort:

“So ein Platzwart wäre neben dem Trainer die wichtigste Person im Verein, denn er wäre ja eben für den Platz zuständig – guck nicht so böse, man könnte meinen, Dir gefällt die Idee nicht. So, und dieser Platzwart könnte auch die Spiele beeinflussen, indem er zum Beispiel den Rasen am Abend vor einem Match unter Wasser setzt oder gezielt kleine Löcher ins Gras buddelt und mit ein bisschen Erde und Halmen tarnt. Den eigenen Spieler würde er natürlich dann zeigen, wo sie nicht hintreten dürfen, aber die anderen würden das eben nicht wissen und mit ein bisschen Glück könnte der gegnerische Starkicker sich bei so einem Fehltritt das Bein brechen – denk mal an die tollen Texte, die man da verfassen könnte.

Außerdem: Wenn wir uns endlich dazu entschließen könnten, dass Spieler auch sterben können, dann hätten wir mit dem Platzwart auch jemanden, der ihre Gräber schaufelt – muss ja nicht im Stadion sein, obwohl, hmmmm….”

Die Antwort kam schnell und war ernüchternd:

“Nein”

“Nein im Sinne von nein?”

“Ja”

Der fürs kreative Ideen-Haben zuständige Teil des GameProjects wendete sich ab und schluckte, oder, um es mit einem abgewandelten Konsalik-Zitat zu sagen: “Und in ihrem Munde sammelten sich all die Tränen, die ihre Augen nicht weinen wollten.”

Nur wenige Viertelstunden später aber hatte sich die Situtation grundlegend geändert, denn da war er, der noch vielviel grooooßartigere Einfall, der diesmal aber wirklich…

Mehr darüber in “Unglaublich tolle, leider verworfene Ideen, Teil 9: Der integrierte Ponyhof”

Unglaublich tolle, leider verworfene Ideen, Teil 7: Würstchenbuden (revisited)

Friday, August 24th, 2007

Es war am 1. Mai. Auch in diesem Jahr schien sich das Versprechen einer Splittergruppe (“Brothers and Sistas, die Revolution ist nah wie nie”) wieder einmal nicht zu erfüllen, und so saßen die potenziell revolutionären Massen entspannt im Park und grillten.

Der den Bezirk umwabernden Geruch nach Bratwürsten war noch nicht vom abendlichen Tränengas-Gestank überlagert, und auch, dass nur wenige Tage später im Rahmen des kommenden G8-Gipfels Einsatzpolizisten und BKA das Bild des Kiezes prägen würden, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu ahnen.

Aber nicht nur die Revolution, auch der fürs kreative Ideen-Haben zuständige Teil des GameProjects schläft nie:

“Du, ich hab mir das mit den Würstchenbuden noch einmal überlegt. Und ich finde das immer noch eine ganz wundervolle Idee.”

Keine Reaktion.

“Aaaaalso, es ist doch so: Fans sind im Sport doch so etwas wie die dritte Gewalt, und wenn deren starker Arm es will, dann stehen alle Räder… Omfg, was rede ich da? Nochmal von vorne.”

Immer noch keine Reaktion.

“Es wäre total toll, Würstchenbuden zu haben, es müssen ja nicht exakt Bratwurst-Verkaufsstellen sein, sondern mehr so Imbisse. Und dann könnte man machen, dass unterschiedliche Fans eben auch unterschiedliches Essen haben wollen, die in den Logen Sekt und Kaviar, die auf den billigen Plätzen eben Wurst, und die anderen, naja, halt irgendwas anderes.”

Keine, absolut keine Reaktion.

“Vor allem das Manager-Geschick wäre gefragt. Preisvergleiche, Qualitätsvergleiche, in time-delivery oder Lagerhaltung, Preisgestaltung, all das würde auch die Vereinsfinanzen beeinflussen.”

Stille – oder wie immer man es nennen mag, wenn vordergründiges Schweigen sich mit einem Hintergrundmusik-Mix aus “Deutschland muss sterben” von Slime, diversen HipHop-Stücken und Conga-Trommeln mischt.

“Das Beste daran ist allerdings, dass hin und wieder eine Partie verdorbener Würste Fans und Spieler – die natürlich in der Mittagspause vom vereinseigenen Imbiss verpflegt werden – sehr krank machen könnte. Manchmal würde jemand auch daran sterben, was extrem spannend wäre, denn natürlich würde man dem Essen von außen nicht ansehen, dass es mit Botulismus-Bazillen infiziert ist.”

Das Schweigen, so erwies es sich sehr schnell, war gar kein Schweigen im eigentlichen Sinn gewesen, sondern eher eine Art Sammeln der Kraft, die man für das Aussprechen sehr vieler Rufzeichen benötigt.

“Nein!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!”

“Ok”

Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren. Und so machte sich der fürs kreative Ideen-Haben zuständige Teil des GameProjects ungebrochen daran, die Präsentation des nächsten Einfalls auszuarbeiten.

Mehr darüber demnächst – und diesmal wirklich – in: Unglaublich tolle Ideen, die es leider nicht geschafft haben – Teil 8: Der Platzwart

Unglaublich tolle, leider verworfene Ideen, Teil 6: Spielerfrauen

Thursday, August 16th, 2007

Kummer gewöhnt, setzte der fürs kreative Ideen-Haben zuständige Teil des GameProjects eines schönen Wintersonntags auf eine völlig neue Strategie: Überrumpelung.
Und begann zunächst eine Diskussion zum Thema “Einflussfaktoren auf die Spielermotivation.” In deren Verlauf man sich recht schnell einig wurde: Siege oder Niederlagen sind ein bisschen wenige gute oder schlechte Laune-Ausmacher, um die Sache komplexer zu machen, müssen eigentlich noch weitere Einflüsse her.
Nur welche?
Spielerfrauenverträge “Ganz einfach”, begann der fürs kreative Ideen-Haben zuständige Teil des GameProjects schließlich seine Erklärung, nahm einen großen Schluck Kaffee und legte los:
“Wir sind uns einig, dass unsere Spieler intelligente, sensible Wesen sein sollen, ja?”
Das war ein verteufelt smarter Move, denn natürlich würde kein Programmierer auf der ganzen Welt jemals freiwillig zugeben, dass die von ihm geschaffenen Kreaturen ein Ausbund an Dumpfheit und Debilität sind.
Und so nickte auch dieser Coder freudig, bevor sich seine Miene jäh verfinsterte und er seufzend sagte: “Nun erzähl´s mir schon, was hast Du vor?”
“Ganz einfach: Wir könnten Spielerfrauen haben. Das heißt: Die Spieler könnten Frauen haben, sie heiraten, sie betrügen, betrogen werden und sich von ihnen scheiden lassen. Und das alles würde sich dann natürlich auf Leistung und Motivation niederschlagen, ganz zu schweigen davon, dass sich sicher der eine oder andere aus Liebeskummer umbringen würde, was zu ausgesprochen stilvollen Beerdigungen auf dem Vereinsfriedhof führen würde.”
Die Antwort kam schnell, aber sie kam nicht schnell genug: “N…”

Stadion Pfui - Spielerfrauen Hui

“Moooooment, bevor Du jetzt etwas sagst, was Du hinterher bereust: Das ist noch nicht alles. Es gibt nämlich noch einen Aspekt, der gerade Dich ganz besonders interessieren und Dich sicherlich umstimmen wird. Wir könnten nämlich einen eigenen Spielerfrauen-Markt haben. Gut, das klingt jetzt irgendwie fies nach Menschenhandel, aber wenn man sich das ganze eher wie einen Transfermarkt vorstellt…”
Das Gegenüber schaute ein bisschen fassungslos drein, was aber vermutlich nur daran lag, dass es von der Brillianz der Idee schier überwältigt war.
“Als Vereinsboss könnte man, wenn ein Spieler mitten in einer ausgewachsenen Motivationskrise ist, eben hingehen und ihm auf diesem, ääääh, Kontaktmarkt eine passende Frau, hmmm, nennen wir es: organisieren. Da sind dann die Manager-Qualitäten gefragt, um ein besonders tolles Exemplar preisgünstig zu erstehen und natürlich die Kosten/Nutzen-Rechnung für den Verein im Auge zu behalten. Und wenn die beiden sich dann wider Erwarten nicht verstehen sollten, nun, dann kann man sie immer noch erschießen.”
Diesmal kam die Antwort in geradezu überschallartiger Geschwindigkeit:
“Nein!!!”
Die äußerst hörbar mitgesprochenen Ausrufezeichen ließen keinen Widerspruch zu.
Der Schock über die unerwartete Ablehnung war jedoch schon bald überwunden und der fürs kreative Ideen-Haben zuständige Teil des GameProjects machte sich schon kurze Zeit später an die Ausarbeitung eines nachgerade genialen Geistesblitzes.
Mehr darüber demnächst in “Unglaublich tolle, leider verworfene Ideen, Teil 7: Der Zeugwart – Stollen und Platzverhältnisse”

Warum die wichtigsten Skills eigentlich nur die zweitwichtigsten sein sollten

Friday, August 10th, 2007

Irgendwo kann man sie nachlesen, die Skills oder Fähigkeiten, die aus dem einen Spieler einen unbegabten Klumpfuß machen, dessen Schusstechnik sich im Bauernspitz erschöpft, während der andere wie Paganini auf dem Ball fidelt, so daß dieser beim direkt geschossenen Freistoß die Richtung gleich dreimal ändert. Diese Skills machen das Spiel mehr oder minder mathematisch berechenbar. Wenn ich mit meinem Weltklasse-Team groteskerweise gegen diese Ansammlung von Grottenolmen trotzdem nicht haushoch gewinne, dann liegt das an einem Bug und Angie ist schuld. Oder irgendeine andere Schlampe. Diese Skills sind wichtig! Am wichtigsten!! Sie sind quasi das einzige, was zählt!!!!

Das lehrt die Theorie. Das sagen die Regeln. Das behaupten die Programmierer. Spätestens hier wird man stutzig. Wie gewinne ich denn dann – verdammt noch mal – wenn mein Gegner ein besseres Team hat? Das muss doch drin sein! Hah! Taktik! Nicht diese popelige Null Acht Fusszehn Konter / Steilangriff / Flügelzange / Wasweissichwas – Taktik, sondern die individuelle Haxnkrach-Methodik! Hier schien die Möglichkeit gegeben zu sein, sie endlich zu verwirklichen! Denn wo die Fähigkeiten der Spieler versagen, da regiert die Taktik. Wo die Taktik der Mannschaft nicht ausreicht, da muss was anderes her. Woher sonst bekommt man den Endorphinstoß des Erfolges, wenn man schon genau weiss, wie der Hase läuft und auch wie das Spiel vermutlich ausgehen wird? Na?

Klar: Indem man dem Gegner den Keeper, seinen Ersatzmann und am besten sogar noch den Mittelfeldregisseur vom Feld tritt. Die Idee ist simpel, genial und aus praktischer Erfahrung heraus kann ich sagen, dass sie funktioniert: Wenn man den Gegner ausgespäht hat und genau weiss, dass er die Reinkarnation eines Pixel-Zidane immer als halblinken Mittelfeldspieler aufbietet, dann geht man von Plan A (spiele fair und verliere) über zu Plan B (hacke das Aas um und putz die Brut vom Feld).

Rezept: Man nehme einen begabten Holzfäller mit A-Skill “Eisenfuss”, der noch dazu mit einem recht jähzornigen Temperament gesegnet ist. Er könnte noch psychisch labil sein und eine gewisse Neigung zur kanalisierten Gewalt mitbringen, das ist aber nur optional. Mit irgendwelchen Gewissenskonflikten sollte er sich mangels Intellekt nicht belasten… wir brauchen also einen durchschnittlichen deutschen Fussballer. Diesen Spieler setzt man nun auf seinen direkten Gegenspieler an. Zugegeben, es wäre zu leicht, ihn direkt auf den gegnerischen Zehner zu hetzen. Deswegen sollte man fairerweise dem Gegenüber die Chance bieten, seinen Rastelli dieses Mal woanders aufgeboten zu haben. Die Jagd ist nur dann Sportlich, wenn das WIld die Chance hatte, zu entkommen. Der direkte Befehl an meinen Schergen lautet: “Gehe hin und tritt”. Je nach Schiedsrichter hat er dann zwischen null und zwei Versuche, um sein schändlich Werk zu verrichten. Wenn alles gut geht, dann wird Gegners Zidane in der dritten Minute im Mittelkreis pragmatisch vom Feld filetiert und der gute Winnie the Axe bekommt nicht mal die gelbe Karte… dann kann er sich eventuell noch um den hineingekommenen Ersatzmann kümmern. Okay, das kann natürlich auch schief gehen und er wandert mit der roten Karte vom Feld, ohne seinem Gegner den Unterschenkel sauber amputiert zu haben. Schliesslich ist ja auch der Versuch strafbar und wenn er sich zu ungeschickt anstellt… das ist dann eben das Risiko, das man eingehen muss. Es kann ja nicht immer klappen. Man könnte abschwächend erwägen, diese überaus farbenprächtige Möglichkeit nur sehr selten zuzulassen. Quasi ein BOTS, ein Blutgrätsch Of The Season.

Und dann kam die Debatte mit Elke.

“Das würde die besten Spieler zu Freiwild machen!”

“Ja. Und weiter?”

“Aber das ist brutal und ausserdem ungerecht und irgendwie andershübsch”

“Stell Dir einfach vor, du trittst einen Portugiesen um.”

“Ich MAG Portugiesen!!”

“Dann nimm halt einen US-amerikanischen Repubilkaner!”

“Oh, okaaaaaaaaaaaaay…. ich sehe den Vorteil. Es ist aber trotzdem unfair.”

“Du könntest so mal gegen Boris gewinnen. Oder gegen irgendwen.”

“&!!*’$$%§”

Nun die Debatte mit Boris. Obwohl dieser Artikel schon viel zu lang geworden ist, fühle ich mich verpflichtet, ihn Wort für Wort wieder zu geben. Dem Leser soll die Gelegenheit gegeben sein, sich an diesem Feuerwerk von einem Wortgefecht zu ergötzen.

“Also, die Möglichkeit, gezielt auf einen gegnerischen Spieler Jagd zu ma…”

“Nein.”

“Kann man dann wenigstens auf Schwaben…”

“Nein.”

“Franken?”

“Okay, auf Franken vielleicht.”

Immerhin ein Teilerfolg. Man MUSS ja mal irgendwo anfangen.

Unglaublich tolle, leider verworfene Ideen, Teil 4: Rechts- und Linksfüßler

Wednesday, August 8th, 2007

Alles, was außer Füßen bzw Beinen an einem Kicker dran ist, kann man guten Gewissens in Abwandlung des von Friedrich Torberg in Die Tante Jolesch verewigten Satzes “Alles, was ein Mann schöner ist als ein Aff´, ist ein Luxus” als verzichtbar einstufen.

Das gilt natürlich auch für virtuelle Spieler, die weder denken noch prima Sachen mit den Händen können müssen, solange sie gut zu Fuß sind.

Das ist erweiterbar, dachte sich der fürs kreative Ideen-Haben zuständige Teil des GameProjects und präsentierte im Rahmen eines gemütlichen Abendessens eine absolut revolutionäre Idee:

“Wir könnten rechts-, links-, und beidfüßige Athleten haben. Die dann natürlich entsprechend eingesetzt werden müssen, um optimale Leistungen zu bringen. Damit würden wir gleich mehrere Pluspunkte erzielen:

1. wäre das extrem realitätsnah.

2. würde das taktische Geschick des Managers viel mehr gefordert, weil ein ballführender linksfüßiger rechter Flügelspieler erst einen Haken schlagen muss, um dann von der Mitte aus zu schießen oder eben ein rechtsfüßiger rechter Flügelspieler gleich eine Flanke schlagen kann.

3. könnten wir total tolle spezifische Verletzungen haben, also zum Beispiel einen Trümmerbruch im linken Fuß oder einen bei einem Zusammenstoß mit den scharfen Stangen eines Kamera-Stativs abgerissenen rechten großen Zehe (zuvor war dem Spieler der rechten Schuh bei einem Foul vom Fuß getreten worden).

4. könnten wir daraus resultierend total tolle Verletzungsfolgen und Todesarten für Spieler haben. Ein Rechtsfüßler mit der zweiten oder dritten schweren Verletzung am rechten Fuß würde sich ja wahrscheinlich nie wieder so richtig erholen und könnte dann, einen herzzerreißenden Abschiedsbrief hinterlassend, Selbstmord begehen. Oder vom Vereinsbesitzer erschossen werden.
Wäre das nicht toll?”

Die Antwort kam schnell, und sie fiel ungewohnt ausführlich aus:

“Nein. Auf gar keinen Fall.”

“Sicher? Überleg mal, wie superspannend es nach einer Verletzung im Spiel wäre, bis feststeht, auf welcher Seite der Knöchel des Superstars mit einem lauten Knacks gebrochen ist?”

“Ganz sicher.”

“Hmm, hast Du auch daran gedacht, wie schön es wäre, beim Spielerkauf nicht nur auf Fähigkeiten, sondern auch auf die Füße zu gucken?”

“Ja. Es wäre nicht schön.”

“Okay”

Der fürs kreative Ideen-Haben zuständige Teil des GameProjects wandte sich wieder seinem Wiener Schnitzel zu. Ziemlich gut gelaunt, denn natürlich gab es schon eine neue Idee, an der nur noch ein bisschen gefeilt werden musste, bis sie wirklich präsentabel war.

Mehr darüber demnächst. In “Unglaublich tolle, leider verworfene Ideen, Teil 5: Spielerfrauen – Traumhochzeit im Stadion”

Unglaublich tolle, leider verworfene Ideen, Teil 3: Wurscht

Saturday, July 21st, 2007

1. Die Kurzfassung:

“Wir könnten Würstchenbuden haben!”

“Nein”

“Ok”

Unglaublich tolle, leider verworfene Ideen, Teil 2: Von der Ersatzbank ins Verkaufsregal

Monday, July 16th, 2007

Das Leben – eine lange Kette von Niederlagen.

Nur kurz durch die massive Ablehnung des super tote-Spieler-Konzepts irritiert, machte sich der fürs außergewöhnliche Ideen-Haben zuständige Teil des Spiel-Entwicklungsteams unverzüglich an die Lösung eines weiteren Problems: Nicht eingesetzte, also lieblos behandelte Sportler.
Was in so einer aus Nullen und Einsen bestehenden kleinen Seele vorgehen mag ist uns natürlich auch unbekannt, aber wir vermuteten: Es handelt sich um eine sehr, sehr traurige Seele.

Nun kann einem das Seelenleben von Nullen und Einsen eigentlich scheißegal sein, wären da nicht die sattsam bekannten Klagen von auf Realismus bedachten Usern, die das Horten von eigentlich nicht gebrauchten Spielern für einen extremen Missstand halten.

Realismus? Können sie haben, erklärte der fürs außergewöhnliche Ideen-Haben zuständige Teil des Spiel-Entwicklungsteams stolz und präsentierte der Realo-Fraktion ein bahnbrechendes Konzept:

“Wie wäre es, wenn ein Spieler, der, sagen wir: fünf Wochen hintereinander, egal aus welchem Grund, nicht eingesetzt wurde, automatisch für null Euro zum Verkauf angeboten wird? Natürlich sollte der lieblose Besitzer eine Chance haben, ihn dann selber wieder zu erwerben – allerdings im Wissen, dass der Spieler beim nächsten Mal, wenn er wieder lange auf der Ersatzbank schmort, getötet wird. Wenigstens kommen wir so zu ein paar toten Spielern auf dem Vereinsfriedhof. Und: Wir könnten superviele Heul- beziehungsweise Reue-Threads haben und wären nach einiger Zeit das Spiel mit den bestbehandeltsten Athleten überhaupt. Wäre das nicht toll?”

Die Antwort kam schnell und war unmissverständlich: “Nein!”

“Nein im Sinne von Nein?”

“Ja!”

Routiniert nahm der fürs außergewöhnliche Ideen-Haben zuständige Teil des Spiel-Entwicklungsteams die Ablehnung gelassen hin und machte sich auf der Stelle daran, eine noch viel tollere Idee zu entwickeln.

Mehr darüber demnächst in

Unglaublich tolle, leider verworfene Ideen, Teil 3: Würstchenbude

Unglaublich tolle, leider verworfene Ideen, Teil 1: Tod und Pubertät

Tuesday, July 10th, 2007

(In loser Folge werden wir unter dieser Rubrik Einfälle präsentieren, die an kleinlichen Bedenken phantasieloser Spießer scheiterten)

In den meisten Onlinegames, jedenfalls in den Sportmanager-Spielen – und wir haben sie alle, alle angeguckt – lautet der Lieblingsvorwurf frustrierter User “mangelnde Realitätstreue”.
Nun, DAS kann man ändern, dachte der fürs außergewöhnliche Ideen-Haben zuständige Teil des Spiel-Entwicklungsteams und entwarf umgehend einen extrem lebensnahen Plan:
Unsere Sportler sollten sterben können.
Nicht irgendwann, wenn sie alt und grau oder nutzlos geworden sind, sondern jederzeit. Wie im wirklichen Leben.
Der Thrill, sich morgens einzuloggen und nicht zu wissen, ob der große Star oder der Lieblingsathlet putzmunter trainiert oder kalt und starr in der Kabine liegt, würde unser Game extrem abwechslungsreich und ganz besonders machen, argumentierten wir.
Und legten eine Liste mit, wie wir fanden, sehr aparten Todesarten für Sportler vor, über die sich, so waren wir sicher, die jeweiligen Besitzer trotz aller Trauer bestimmt sehr freuen würden:

– bei einem Disco-Streit um eine junge Dorfschönheit (die später mit dem Star und der Kasse des Ligakonkurrenten durchbrennen und mit ihm auf der Flucht vor der Polizei tödlich verunglücken wird) unglücklich gestürzt und mit dem Schädel laut krachend auf der Bordsteinkante aufgeschlagen
– beim Training an einer vom Vereinsarzt beim Routinecheck nicht erkannten Herzmuskelentzündung gestorben (Option einbauen: Vereinsarzt feuern)
– nach der dritten Woche hintereinander auf der Ersatzbank depressiv geworden und, mit einem gewissen Sinn für Stil und Extravaganz, Harakiri verübt (mit genau dem elfenbeinernen Brieföffner des Vereinsmanagers, mit dem dieser einst die Bewerbung des Sportlers öffnete)
– unter mysteriösen Umständen an der Seite einer mittelhübschen Frau bei einem Autounfall gestorben (gerüchteweise auf der Flucht vor der Polizei)
(usw)

Außerdem, so erklärten wir den anderen, sei es für auf Realismus bedachte User sicher eine schöne Sache, wenn man – vorausgesetzt wir werden so etwas wie Sport-Azubis aka blutjunge Nachwuchstalente haben – auch das Verhalten von Teenies nachbilden würden.

Und es entsprechend passieren könnte, dass ein mit viel Liebe, Mühe und Geld aufgepäppeltes Talent eines Tages beschließe, ab sofort keine Lust mehr auf Sport zu haben und den Verein zu verlassen.

Auch hierfür hatten wir uns sehr schöne Szenarien ausgedacht:

– verliebte sich in ein Mädchen, das Sport doof findet und ihm die Augen für die wahren Werte im Leben öffnete. Bei einer Hühnerbefreiungsaktion verhaftet, schrieb er noch am selben Abend einen Brief an die Vereinsleitung, in dem er mitteilte, dass er keine Zukunft bei einem Club sähe, der tierische Produkte wie Elfenbeinbrieföffner, Frühstückseier, Lederbälle (optional) benutzt

– entdeckte anläßlich einer Fernsehsendung seine Berufung als Prediger und schrieb er noch am selben Abend einen Brief an die Vereinsleitung, in dem er mitteilte, dass er keine Zukunft bei einem Club sähe, bei dem es nur um schnöden Mammon gehe. Verdiente in späteren Jahren derart viel Geld als TV-Prediger, dass er sich gleich mehrere Vereine kaufte, aber das ist eine andere Geschichte

– wachte eines Morgens auf und hatte einfach keine Lust mehr. Teilte dies umgehend der Vereinsleitung mit.

Dochdoch, das sei eine ganz wunderbare Idee, erklärten wir dazu, denn natürlich würden solche pubertätsbedingten Karriereenden nicht sehr häufig vorkommen, aber eben manchmal doch. Und dann durchaus auch genau an dem Tag, bevor der jugendliche Sportler endgültig den Sprung zu den Großen geschafft haben würde.
“Mehr Realitätsbezug geht doch nun wirklich nicht, oder? Und denkt mal an die tollen Möglichkeiten, die sich daraus ergeben. Wir werden Heulthreads haben, die die Bezeichnung wirklich verdienen. Und wir könnten Vereinsfriedhöfe haben, wo dann das ehemalige Jungtalent alljährlich an den Todestagen der teuren Verblichenen predigt. Wäre das nicht schön?”

Die Antwort kam schnell, und sie war ernüchternd: “NEIN!”
“Nein im Sinne von nein?”
“JA!”

Manchmal muss man einsehen, dass jedes weitere Argumentieren völlig nutzlos ist. Dies war so ein Fall. Aber wir ließen uns nicht entmutigen und zogen uns zurück, um andere schicke Ideen auszuarbeiten. Mehr darüber in
“Unglaublich tolle, leider verworfene Ideen”, Teil 2: Spieler, die eine gewisse Zeit nicht eingesetzt wurden, werden automatisch zum Verkauf angeboten