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Archive for the ‘Verletzungen’ Category

Nur in echt, nicht im Spiel

Wednesday, October 17th, 2007

Um möglichst nahe an der Realität zu sein, könnte man dem Game ein Aufwärmprogramm implementieren. Wer sich vor dem Kick nicht richtig dehnt, hätte dann die Folgen zu tragen. Allerdings kann man nicht an alles denken, daher muss diese Option jenseits des virtuellen Spielfeldes entfallen. Also werden die Spieler anders als im richtigen Leben von solchen Zwischenfällen verschont bleiben:

Der Hamburger SV muss drei Wochen ohne seinen Stürmer Paolo Guerrero auskommen. Wie sich nun heraustellte, hat sich der Peruaner bei einem Sprint auf dem Münchner Flughafen einen Muskelfaserriss zugezogen. Er war auf dem Weg zur WM-Qualifikation seines Landes nach Lima. Der peruanische Teamarzt schickte ihn umgehend zurück.

Und es wird sich auch niemand beim Versuch, die Fernbedienung mit dem Fuß zu angeln, die Bänder reißen oder beim Hantieren mit dem Käsehobel die Daumenkuppe abschneiden. Doch, so was gibt es. Aber nur in echt, nicht im Spiel.

Nervenprellungen und andere Malaisen

Saturday, August 25th, 2007

In den siebziger und achtziger Jahren wäre es noch eine übersichtliche Angelegenheit gewesen, in einem Game den verletzungsbedingten Ausfall eines Spielers näher zu qualifizieren: Oberschenkelzerrung, Muskelfaserriss, Schien- und Wadenbeinbruch – viel mehr gab es damals schließlich nicht. Schleimbeutelreizung in der Hüfte? Schultereckgelenksprengung? Gar ein Ermüdungsbruch? Alles neumodischer Schnickschnack! Früher gab’s das nicht, und wir haben trotzdem Fußball gespielt. Bestimmte Teile der Anatomie von Profifußballern sind erst in den neunziger Jahren oder noch später erfunden worden, von der Pharmaindustrie, den Privatversicherungen oder anderen üblichen Verdächtigen. Dauerbrenner sind seitdem vor allem die entzündete Patellasehne und das gerissene Syndesmoseband.

Doch seit dieser Saison gibt es neue Trends, und wie nicht anders zu erwarten, marschieren auch hier die Bayern vorneweg. Luca Toni etwa wartete in der Vorbereitung mit einem Faserriss in der Bizepssehne am Wadenbeinköpfchen des rechten Knies auf. Als Weltmeister hat man halt nicht einfach nur eine Bänderzerrung, sondern leistet sich Extravaganzen. Den Bizeps hat man bisher nämlich eher woanders vermutet, und dass das Wadenbein ein Köpfchen sein Eigen nennt, ist auch neu. Marcell Jansen hat derzeit ähnliche Beschwerden, wobei er sich in einem höheren Stadium der Evolution zu befinden scheint: Bei ihm doktert man immerhin schon an einem ausgewachsenen Wadenbeinkopf herum.

Den Vogel aber hat Miroslav Klose abgeschossen: Seit den wüsten Attacken seines vormaligen Mitspielers Naldo am vergangenen Samstag plagt ihn eine Nervenprellung. Am Bein, wohlgemerkt. Die im Kopf hatte er durch seinen Wechsel nach München ja gerade überwunden.

Die Welt des Schmerzes – Folge 1: Lieblingsverletzungen

Friday, August 10th, 2007

Verletzungen sind ein zwiespältiges Thema. Angefangen bei leichten Zerrungen, über Kreuzbandrisse bis hin zu einem lebensbedrohlichen Schädelbasisbruch, wie ihn der inzwischen glücklicherweise wieder halbwegs genesene Petr Čech im letzten Jahr erlitt. Eine gewisse sportliche Fairness vorausgesetzt, wünscht man sie keinem noch so verhassten Gegenspieler. Soweit zur Situation im wahren Leben.

Wir arbeiten hier jedoch an einem Computerspiel, einer Simulation mit dem Anspruch eines recht hohen Maßes an Realität. Dementsprechend können und wollen wir auf die Integration diverser Blessuren nicht verzichten.
Und um ehrlich zu sein sind unter den beteiligten “Entwicklern” auch einige Menschen mit einem latenten Hang zum Sadismus, wie z.B. meine Wenigkeit, der offizielle Verletzungsbeauftragte. ;)
Wer den Kinofilm Swingers von Doug Liman gesehen hat und sich von der Stichelei “I’m gonna make Gretzky’s head bleed for super fan 99 over here.” beim gemeinsamen Videospieleabend an eigene Provokationen in dieser Richtung erinnert fühlte, wird mir zweifelsohne zustimmen: Es kann durchaus sehr viel Spaß machen, seinen virtuellen Gegner durch eine unfaire Aktion aus dem Spiel zu nehmen.

Hier nun einige der schönsten Wehwehchen, die eventuell ihren Platz im Spiel finden werden. Positives Feedback – ich sehe Elkie schon am Anstacheln :P – vorausgesetzt, wird das Ganze als Serie ausgebaut.

– Hodenprellung: Jeder kennt wohl das Foto eines Bremer Spielers, der den Zweikampf mit einem Uerdinger bitter bereut. Frauen können sich dieses Gefühl vermutlich nicht annähernd ausmalen.
– Nasen- oder Jochbeinbruch: Oft kann der lädierte Spieler bereits nach wenigen Tagen wieder spielen – natürlich nur mit einer überaus modischen Gesichtsmaske.
– Fingerverlust: Es hat schon seinen Grund, warum man den Schmuck vorm Spiel lieber abnehmen oder zumindest abkleben sollte.
– Schien- und Wadenbeinbruch: Rein optisch wohl eine der ekelhaftesten Verletzungen, die ein Sportler erleiden kann. Man erinnere sich an Henrik Larrson im UEFA-Cup-Spiel gegen Lyon 1999.
– ausgekugelter Fuß: Sieht auch sehr schön aus, wie ich aus eigener Anschauung sagen kann. Es haben tatsächlich Leute aufs Spielfeld gekotzt… :D
– Syndesmoseriss: Heißt eigentlich Syndesmosebandriss, ergibt 666 Treffer bei Google und niemand hat eigentlich ne Ahnung, worum es sich hier handelt. Sollten wir das ändern? Nee!

Oder vielleicht doch?

Mehr über Leiden, Heilungsprozesse und allgemein über die Pläne der medzinischen Abteilung des GameProjects demnächst in “Die Welt des Schmerzes – Folge 2: Autsch! Können virtuelle Kicker heulen?”