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8.8.2007 by Elke Wittich

Unglaublich tolle, leider verworfene Ideen, Teil 4: Rechts- und Linksfüßler

Alles, was außer Füßen bzw Beinen an einem Kicker dran ist, kann man guten Gewissens in Abwandlung des von Friedrich Torberg in Die Tante Jolesch verewigten Satzes “Alles, was ein Mann schöner ist als ein Aff´, ist ein Luxus” als verzichtbar einstufen.

Das gilt natürlich auch für virtuelle Spieler, die weder denken noch prima Sachen mit den Händen können müssen, solange sie gut zu Fuß sind.

Das ist erweiterbar, dachte sich der fürs kreative Ideen-Haben zuständige Teil des GameProjects und präsentierte im Rahmen eines gemütlichen Abendessens eine absolut revolutionäre Idee:

“Wir könnten rechts-, links-, und beidfüßige Athleten haben. Die dann natürlich entsprechend eingesetzt werden müssen, um optimale Leistungen zu bringen. Damit würden wir gleich mehrere Pluspunkte erzielen:

1. wäre das extrem realitätsnah.

2. würde das taktische Geschick des Managers viel mehr gefordert, weil ein ballführender linksfüßiger rechter Flügelspieler erst einen Haken schlagen muss, um dann von der Mitte aus zu schießen oder eben ein rechtsfüßiger rechter Flügelspieler gleich eine Flanke schlagen kann.

3. könnten wir total tolle spezifische Verletzungen haben, also zum Beispiel einen Trümmerbruch im linken Fuß oder einen bei einem Zusammenstoß mit den scharfen Stangen eines Kamera-Stativs abgerissenen rechten großen Zehe (zuvor war dem Spieler der rechten Schuh bei einem Foul vom Fuß getreten worden).

4. könnten wir daraus resultierend total tolle Verletzungsfolgen und Todesarten für Spieler haben. Ein Rechtsfüßler mit der zweiten oder dritten schweren Verletzung am rechten Fuß würde sich ja wahrscheinlich nie wieder so richtig erholen und könnte dann, einen herzzerreißenden Abschiedsbrief hinterlassend, Selbstmord begehen. Oder vom Vereinsbesitzer erschossen werden.
Wäre das nicht toll?”

Die Antwort kam schnell, und sie fiel ungewohnt ausführlich aus:

“Nein. Auf gar keinen Fall.”

“Sicher? Überleg mal, wie superspannend es nach einer Verletzung im Spiel wäre, bis feststeht, auf welcher Seite der Knöchel des Superstars mit einem lauten Knacks gebrochen ist?”

“Ganz sicher.”

“Hmm, hast Du auch daran gedacht, wie schön es wäre, beim Spielerkauf nicht nur auf Fähigkeiten, sondern auch auf die Füße zu gucken?”

“Ja. Es wäre nicht schön.”

“Okay”

Der fürs kreative Ideen-Haben zuständige Teil des GameProjects wandte sich wieder seinem Wiener Schnitzel zu. Ziemlich gut gelaunt, denn natürlich gab es schon eine neue Idee, an der nur noch ein bisschen gefeilt werden musste, bis sie wirklich präsentabel war.

Mehr darüber demnächst. In “Unglaublich tolle, leider verworfene Ideen, Teil 5: Spielerfrauen – Traumhochzeit im Stadion”

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