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24.8.2007 by Elke Wittich

Unglaublich tolle, leider verworfene Ideen, Teil 7: Würstchenbuden (revisited)

Es war am 1. Mai. Auch in diesem Jahr schien sich das Versprechen einer Splittergruppe (“Brothers and Sistas, die Revolution ist nah wie nie”) wieder einmal nicht zu erfüllen, und so saßen die potenziell revolutionären Massen entspannt im Park und grillten.

Der den Bezirk umwabernden Geruch nach Bratwürsten war noch nicht vom abendlichen Tränengas-Gestank überlagert, und auch, dass nur wenige Tage später im Rahmen des kommenden G8-Gipfels Einsatzpolizisten und BKA das Bild des Kiezes prägen würden, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu ahnen.

Aber nicht nur die Revolution, auch der fürs kreative Ideen-Haben zuständige Teil des GameProjects schläft nie:

“Du, ich hab mir das mit den Würstchenbuden noch einmal überlegt. Und ich finde das immer noch eine ganz wundervolle Idee.”

Keine Reaktion.

“Aaaaalso, es ist doch so: Fans sind im Sport doch so etwas wie die dritte Gewalt, und wenn deren starker Arm es will, dann stehen alle Räder… Omfg, was rede ich da? Nochmal von vorne.”

Immer noch keine Reaktion.

“Es wäre total toll, Würstchenbuden zu haben, es müssen ja nicht exakt Bratwurst-Verkaufsstellen sein, sondern mehr so Imbisse. Und dann könnte man machen, dass unterschiedliche Fans eben auch unterschiedliches Essen haben wollen, die in den Logen Sekt und Kaviar, die auf den billigen Plätzen eben Wurst, und die anderen, naja, halt irgendwas anderes.”

Keine, absolut keine Reaktion.

“Vor allem das Manager-Geschick wäre gefragt. Preisvergleiche, Qualitätsvergleiche, in time-delivery oder Lagerhaltung, Preisgestaltung, all das würde auch die Vereinsfinanzen beeinflussen.”

Stille – oder wie immer man es nennen mag, wenn vordergründiges Schweigen sich mit einem Hintergrundmusik-Mix aus “Deutschland muss sterben” von Slime, diversen HipHop-Stücken und Conga-Trommeln mischt.

“Das Beste daran ist allerdings, dass hin und wieder eine Partie verdorbener Würste Fans und Spieler – die natürlich in der Mittagspause vom vereinseigenen Imbiss verpflegt werden – sehr krank machen könnte. Manchmal würde jemand auch daran sterben, was extrem spannend wäre, denn natürlich würde man dem Essen von außen nicht ansehen, dass es mit Botulismus-Bazillen infiziert ist.”

Das Schweigen, so erwies es sich sehr schnell, war gar kein Schweigen im eigentlichen Sinn gewesen, sondern eher eine Art Sammeln der Kraft, die man für das Aussprechen sehr vieler Rufzeichen benötigt.

“Nein!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!”

“Ok”

Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren. Und so machte sich der fürs kreative Ideen-Haben zuständige Teil des GameProjects ungebrochen daran, die Präsentation des nächsten Einfalls auszuarbeiten.

Mehr darüber demnächst – und diesmal wirklich – in: Unglaublich tolle Ideen, die es leider nicht geschafft haben – Teil 8: Der Platzwart

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