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25.8.2007 by Alex Feuerherdt

Nervenprellungen und andere Malaisen

In den siebziger und achtziger Jahren wäre es noch eine übersichtliche Angelegenheit gewesen, in einem Game den verletzungsbedingten Ausfall eines Spielers näher zu qualifizieren: Oberschenkelzerrung, Muskelfaserriss, Schien- und Wadenbeinbruch – viel mehr gab es damals schließlich nicht. Schleimbeutelreizung in der Hüfte? Schultereckgelenksprengung? Gar ein Ermüdungsbruch? Alles neumodischer Schnickschnack! Früher gab’s das nicht, und wir haben trotzdem Fußball gespielt. Bestimmte Teile der Anatomie von Profifußballern sind erst in den neunziger Jahren oder noch später erfunden worden, von der Pharmaindustrie, den Privatversicherungen oder anderen üblichen Verdächtigen. Dauerbrenner sind seitdem vor allem die entzündete Patellasehne und das gerissene Syndesmoseband.

Doch seit dieser Saison gibt es neue Trends, und wie nicht anders zu erwarten, marschieren auch hier die Bayern vorneweg. Luca Toni etwa wartete in der Vorbereitung mit einem Faserriss in der Bizepssehne am Wadenbeinköpfchen des rechten Knies auf. Als Weltmeister hat man halt nicht einfach nur eine Bänderzerrung, sondern leistet sich Extravaganzen. Den Bizeps hat man bisher nämlich eher woanders vermutet, und dass das Wadenbein ein Köpfchen sein Eigen nennt, ist auch neu. Marcell Jansen hat derzeit ähnliche Beschwerden, wobei er sich in einem höheren Stadium der Evolution zu befinden scheint: Bei ihm doktert man immerhin schon an einem ausgewachsenen Wadenbeinkopf herum.

Den Vogel aber hat Miroslav Klose abgeschossen: Seit den wüsten Attacken seines vormaligen Mitspielers Naldo am vergangenen Samstag plagt ihn eine Nervenprellung. Am Bein, wohlgemerkt. Die im Kopf hatte er durch seinen Wechsel nach München ja gerade überwunden.

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