Gameproject Blog

GameProject
12.9.2007 by asta_la_vista

Der kleine Online-Kapitalist – BWL für Programmierer und Vereinsbesitzer, Teil 1: Bilanzen

Unterm Strich können wir eine positive Bilanz ziehen.

Dieser Satz quillt wohl jedem schon zu den Ohren heraus. Aber: Was ist eigentlich eine Bilanz? Und warum gibt es sowas in vielen Online-Managern?

Eigentlich ist eine Bilanz nichts anderes als ein Konstrukt, das den finanziellen Zustand eines Subjekts beschreibt. Besser: die Lage eines (oftmals zumindest handelt es sich um eines) Unternehmens zu einem bestimmten Zeitpunkt. Die wohl bekannteste Bilanz ist die Jahresbilanz, die meistens auf den 31.12. eines jeden Jahres abgestellt ist.

Eine Bilanz ist eigentlich nichts anderes als die Übersicht, wie viel Geld ein Unternehmen woher hat, und was es damit gemacht hat. Das Ganze ist folgendermaßen aufgebaut. Links stehen die Aktiva; diese besagen, aufgeteilt in Anlagevermögen (Maschinen, Gebäude) und Umlaufvermögen (Lagerbestand, Forderungen gegenüber Lieferanten, Kassenbestand), wo das Geld des Unternehmens geblieben ist (wohin?).

Die rechte Seite, die die Passiva auflistet, sagt aus, woher das Geld der Unternehmung kam; vornehmlich Eigen- bzw. Fremdkapital (woher?).

Hinter beiden Seiten einer Bilanz liegen unzählige Konten und Unterkonten, auf denen jeder einzelne Geschäftsvorgang sorgsam doppelt verbucht wird (auf dem einen Konto als Zugang, auf dem anderen Konto als Abgang); dies ist auch der Grund, warum am Ende der Bilanzerstellung auf beiden Seiten dieselbe Summe stehen muss: denn alles, was von irgendwoher kam, muss auch irgendwohin gegangen sein, so die Logik der Buchführung. Eine positive Bilanz in dem Sinne gibt es also eigentlich nicht unbedingt, und auch ein Wachstum der Bilanzsumme von einem Jahr zum anderen muss nicht zwingend positiv für das Unternehmen sein.

Ach ja, was sollte ich noch gleich?

Online-Manager. Stimmt.

Oftmals gibt es in den verschiedensten Spielen so etwas wie eine Art (vereinfachte) Bilanz, um dem Manager oder Spieler eine gewisse Planung zu ermöglichen. Meist handelt es sich dabei aber nicht einmal um eine Bilanz, sondern eher um eine Gewinn- und Verlustrechnung oder so etwas wie eine Geldfluss- oder Materialrechnung: wieviel habe ich am Anfang gehabt, was habe ich wofür ausgegeben, welche Einnahmen habe ich, und, *Trommelwirbel* wie viel habe ich (im Zweifel: beim nächsten Update), wenn alles so bleibt? Planung ist das Zauberwort. Warum aber nimmt man dafür keine Bilanz?

Nun, das hat, neben dem bereits erwähnten Charakter, dass eine Bilanz lediglich das Unternehmen in einem einzelnen Zeitpunkt darstellt, nicht aber in seiner Entwicklung, in den allermeisten Fällen mit der Komplexität einer solchen Bilanz zu tun. Wer weiß schon, wie man die Erlöse aus dem Verkauf der Würstchenbude zu Gunsten einer grandiosen Neuanschaffung mit doppelter Fettfilterfriteuse verbucht? Oder beispielsweise, wie man die Transferablöse für den neuen Topstürmer aus Südamerika abschreiben muss? Die Antwort ist auf die letzte Frage ist recht simpel, nämlich über die Vertragslaufzeit des Spielers, was aber schwierig sein dürfte, wenn die Spieler beispielsweise unbefristete Verträge besitzen, oder aber eine Abschreibung gar keinen sonderlichen Nutzen aufweist, wie man es in den allermeisten Spielen antrifft und was aufgrund der mangelnden Tiefe der finanziellen Strukturen auch gar nicht sinnvoll ist.

Na, ihr macht das schon, da ist mir nicht bange ;)

One Response to “Der kleine Online-Kapitalist – BWL für Programmierer und Vereinsbesitzer, Teil 1: Bilanzen”

  1. Elke Wittich Says:
    September 12th, 2007 at 00:34

    Mr. asta-la-dings, so geht das nicht: Da ist kein einziger toter Spieler im ganzen Text – auf wessen Seite stehst Du, he?

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.