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18.10.2007 by Boris Mayer

EINE FRAGE DES GAMEDESIGNS, Teil 3 – Bezugsgruppengröße

Zu den meistgestellten Fragen gehört die nach der Anzahl der Mannschaften, die in einer Liga spielen sollen.
Und auch bei vielen Vorschlägen geht es um die Ligengrößen: Wäre es nicht schöner, wenn man sich mehr nach den realen Vorbildern richten und 18 Mannschaften pro Liga zulassen würde? Und damit viel mehr Teams die Chance eröffnen, ganz oben mitzuspielen?

Nun, zunächst ein Blick auf den Kalender: Ein Jahr hat 52, hin und wieder 53 Wochen. Um das Zeitgefühl der Spielenden nicht vollkommen durcheinander zu bringen und eine möglichst einfache Faustformel zu bekommen, wieviele Spielzeiten ein reales Jahr hat, ist es wichtig, dass diese 52 Wochen wenigstens nährungsweise und ohne großen Rest durch die Anzahl der Saisons teilbar sind.

52 durch 2 ergibt 26, 52 durch 4 ergibt 13, 52 durch 8 ergibt 6,etwas.
Heißt: Es ist nicht möglich, pünktlich in Woche 1 eines jeden Jahres eine neue Saison zu starten, und in Woche 52 mit einer Spielzeit fertig zu sein.

Wirklich nicht? 26 Wochen, also ein halbes Jahr, das würde doch genau passen, wenn man pro Liga 14 Mannschaften zuläßt.

Ja, das stimmt. Aber bei einer derart langen Spielzeit sind auch die Höhepunkte im Jahr weniger, ist doch der Start in eine neue Saison sehr durch eine positive Aufbruchstimmung geprägt. Eine derart langwierige Saison ist auch auch deswegen ungünstig, weil ein neuer Manager, der sein Team in der Mitte der Saison bekommen hat, praktisch kaum noch etwas tun kann, um seiner Mannschaft eine gute Endplatzierung zu verschaffen. 13 Wochen lang zuzuschauen, wie der Verein den anderen hinterherhumpelt, macht einfach keinen Spaß und das trifft auch auf Manager zu, deren Teams im Mittelfeld herumdümpeln und für die es weder vor noch zurück geht, wenn diese 1-2 übermächtigen ligadominierenden Teams nicht endlich nach oben verschwinden.

Nähern wir uns der optimalen Zahl doch einmal von unten an. Keiner dürfte darüber verwundert sein, dass eine Liga mit 2 Mannschaften auf Dauer keinen Spaß macht. Zwei Spiele, einer steigt auf, einer steigt ab, weiter gehts. Aber auch bei 4 oder 6 Mannschaften müssten über 50% der Teams die Liga wechseln, nicht nur im Höchstfall, sondern standardmässig und schlimmstenfalls müssten zwei Drittel der Liga absteigen, um einen Ligenbaum in vernünftiger Breite hinzubekommen. Zudem steigt dadurch die Wichtigkeit eines einzigen Spieltags ins Unermessliche, ein einziger Fehler, ein einziges Mal Pech und plötzlich ist man nur noch Nummer drei – und steigt ab.

Also: Keine ungerade Club-Anzahl, keine ewig lange Saisondauer, nicht zu wenige Teams, und das Ganze sollte auch noch wenigstens ungefähr durch 53 teilbar sein.

Macht also auch bei uns, wenig überraschend: Acht Mannschaften pro Liga.

One Response to “EINE FRAGE DES GAMEDESIGNS, Teil 3 – Bezugsgruppengröße”

  1. Freekick spielt mit 14 Mannschaften, aber nur ein Duell pro Saison, mit Relegation also 14 Wochen.
    Ne 8er Liga ist im Vergleich wesentlich uninteressanter, meiner Meinung nach.

    (ich weiß, der Kommentar kommt spät und wird vermutlich nie gelesen werden ^^)

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