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10.3.2008 by Andre Lehmann

Warten auf den PC. Oder das Spiel. Oder Godot.

Gerade eben hat sich mal wieder der automatische Virenscanner meines Notebooks gemeldet. Das heißt nun mindestens eine Stunde irgendwie warten. Die Zeit totschlagen, sich mit irgendwas beschäftigen. Denn arbeitsfähig ist das Ding in dieser Zeit irgendwie nur bedingt. Aber offensichtlich taugts zum Texte schreiben noch ganz gut, sonst könnte ich das hier gerade nicht machen.

Aber noch mal zurück zum Warten. Was bewegt uns eigentlich, auf irgendwas zu warten? Also ich mein jetzt mal vollkommen abgesehen vom täglichen Warten auf den Feierabend (dafür wird man ja schließlich bezahlt). Ist es die Vorfreude auf irgendwas Kommendes? Freude auf was Kommendes von dem wir noch nicht mal wissen, ob es überhaupt gut ist? Nun bei dem Spiel hab ich da keine Zweifel, aber das Warten auf einen neuen supertollen Film im Kino, nur um dann festzustellen, dass der supertolle, neue Film vielleicht doch nicht so ganz supertoll ist – eigentlich sogar ziemlich scheiße? Also irgendwie muss es da noch andere vermutlich tief-psychologische Gründe geben. Da ich allerdings gerade irgendwie keinen Psychologen oder sonstige Seelendoktoren um mich habe, müssen wir uns diesem Thema also auf anderer Art und Weise nähern.

Laut dem Encarta Dictionary gibt es fürs Warten eine ganze Reihe von Bedeutungen. Die erste (und schönste) sagt aus, nichts zu tun, bis irgendwas passiert. Ok, Nichtstun mag ja ganz nett sein, allerdings wird’s hier wohl irgendwann auch recht fad, vor allem wenn sich das Warten (und damit verbundene Nichtstun) auf irgendwas (ein Spiel oder so) ein paar Stunden, Tage, Wochen, Monate hinzieht.

Warten kann aber auch bedeuten, zu Warten bis jemand oder etwas irgendwas aufgeholt hat. Klingt erstmal etwas blöd, stimmt aber. Ich warte hier auch grad rum, bis mein Notebook seinen dämlichen Virenscan beendet hat. Aber wenn wir das etwas genauer betrachten, würde dieses Warten ja bedeuten, dass wir das Gleiche wie der oder das Aufholende zu erledigen haben. Und ich für meinen Teil suche nur ausgesprochen selten nach irgendwelchen Viren in Computern oder sonst wo. Genauso pflege ich auch nicht, an dem Spiel mitzuwirken, um damit das Recht zu erwerben auf diese Art darauf zu warten. Also weiter im Text.

Warten kann auch bedeuten, dass irgendwas oder irgendjemand auf jemanden oder etwas wartet, einfach aufgrund der lapidaren Tatsache dass es fertig ist. Wie zum Beispiel die Mail, die gerade in mein Postfach getröpfelt ist und auf mich wartet. Oder das Spiel, dass… . Gut, lassen wir das.

Warten ist aber auch einfach mit einer Verzögerung verbunden. Einer Verzögerung, in der nix passiert. Oder zumindest sehr wenig. Da das aber bei dem Spiel hoffentlich…, äh Verzeihung, sicherlich nicht der Fall ist, vergessen wir auch das möglichst ganz schnell wieder.

Bleibt also nur noch das Warten als Hoffen auf Irgendwas. Nun ja, die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt, aber irgendwie ist diese Hoffnung mit Vorfreude zu verbinden. Und (Vor-)Freude auf was, was wir noch gar nicht kennen? Nun ja, wer bis hierher noch mitgelesen hat, wird merken, dass wir uns gerade im Kreis drehen. Aber Im-Kreis-Drehen kann doch auch ganz lustig sein, gerade wenn man außer Warten ohnehin nichts zu tun hat.

So werden wir also weiterhin der Dinge harren, die da vielleicht irgendwann kommen, weiterhin in stiller (manche mehr, manche weniger) Vorfreude die Entwickler immer wieder aufs Neue dazu drängen, irgendwas Erlebbares zu produzieren. Vermutlich sind diese aber selbst bereits in einen Wartezustand übergetreten, auch wenns ein Aktiver Wartezustand ist.

One Response to “Warten auf den PC. Oder das Spiel. Oder Godot.”

  1. […] Warten ist nicht immer langweilig. Die Warterei aufs Winterpausen-Ende zu überbrücken ist sehr langweilig und ein bisschen schwierig, wenn man auf Fußball nicht verzichten möchte. Dutzende Wiederholungen von irgendwelche Spieltagen auf Premiere angucken? Bescheuert, denn wenn man weiß, wie alle Matches ausgegangen sind, sind wiederholte Konferenzschaltungen nicht eben spannungsreich. Ansonsten bleiben On- und Offline-Managerspielchen. […]

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